EIN — FLUSS

25 - 29. April 2016 - Ausstellung im Unikat Diessen

© Unikat Diessen 2016 mit Wolfgang van Elst, Martin Gensbaur und Katharina Ranftl

EIN — FLUSS

Ende April 2016 zieht sich Jörg Kranzfelder aus dem UNIKAT zurück und macht Platz für Neues. Diesen Aufbruch nimmt er zum Anlass, sich mit einer Ausstellung, an der auch drei befreundete Künstler – Wolfgang van Elst, Katharina Ranftl und Martin Gensbaur – mit ihren Arbeiten teilnehmen werden, zu verabschieden. Schon der Titel seiner Ausstellung macht deutlich, dass der Fokus auf dem Leben, dem Hier und Jetzt liegt. Dem widersprechen weder der Blick zurück noch der in die Zukunft, das Leben als ununterbrochener Fluss, der in seinem Lauf nicht aufzuhalten ist. In diesem Sinn ist der Fluss Metapher für das menschliche Leben, das wie das Wasser mäandert, manchmal an den Rändern ausfranst, von wilden Strudeln aufgewühlt wird oder unter Dunstschleiern verborgen bleibt. Manches verschwimmt im aufgewühlten Nass, anderes wird unter der klaren Wasseroberfläche erstmals wirklich deutlich und gewinnt Kontur.

Das Leben ist letztlich eine spannende Reise, deren Weg im Ungewissen bleibt, und so wie ein Fluss von der Quelle bis zum Meer sein Bett erweitert und sich mit zunehmender Kraft seinen Weg bahnt, mündet auch das menschliche Sein schließlich im großen Ozean der Zeit, von dem keiner weiß, was ihn dort erwartet. Ein Fluss ohne äußere Einflüsse ist nicht vorstellbar. Regen, Soanne, Sturm, Sand, die unterschiedlichsten Faktoren beeinflussen seinen Zustand, seine Farbe, seinen Lauf und seine Geschwindigkeit. Ebenso unterliegt das menschliche Leben äußeren Einflüssen, im Fall des Fotokünstlers Jörg Kranzfelder unter anderem ganz konkret den Begegnungen mit seinen Künstlerfreunden und deren schöpferischen Arbeiten. Und so sieht der Fotograf seine Ausstellung ebenfalls als einen Teil des zufälligen Flusses Leben, dem er mit seinen Arbeiten Ewigkeit abtrotzt, indem er Momente mit der Kamera einfriert.

Auch die Ausstellung selbst ermöglicht ein kurzes Innehalten im stetigen Zeitenlauf. Die präsentierten Arbeiten der vier Künstler werden auf diese Art und Weise selber zum Einfluss, ermöglichen sie es doch, sich für einen kurzen Moment aus der Zeit herauszunehmen.

Jörg Kranzfelder stellt sich den Einflüssen von Vergangenheit und Gegenwart, thematisiert sie und betrachtet sie als Impuls für seine eigene künstlerische Zukunft. Angelangt an einem Wendepunkt im Leben weiß auch er nicht, wohin ihn der Weg führen wird. So wie niemand weiß, was hinter einer Flussbiegung liegt, so wenig weiß man, was das Leben bringt. Mit seiner Offenheit und Neugier ist Jörg Kranzfelder bestens gerüstet, auch in Zukunft künstlerisch überraschende Antworten auf die Herausforderungen von Zeit und Leben zu finden. 

Text: Birgit Kremer

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